Definition "Krise"
Psychosoziale Krise bezeichnet den Verlust des seelischen Gleichgewichts, den ein Mensch verspürt, wenn er mit Ereignissen oder Lebensumständen konfrontiert wird, die er im Augenblick nicht bewältigen kann, weil sie von der Art und vom Ausmaß her seine durch frühere
Erfahrungen erworbene Fähigkeiten und erprobten Hilfsmittel zur Erreichung wichtiger Lebensziele oder zur Bewältigung seiner Lebenssituation überfordern.
(G. Sonneck, 2000)
 
Krisenhaus Manetstraße  

Was ist eine Krise?

Wie ein Seil um Dein Leben

 

Zimmerfenster

„Ich hatte das Gefühl, ein Seil zog sich immer fester um mich zusammen, bis ich mich förmlich gefesselt und bewegungsunfähig fühlte. Ich bekam nichts mehr selbst geregelt, so erstarrt war ich. Alles ließ ich liegen, die Post, die Mahnungen, ging schließlich nicht mehr zur Arbeit. Ich hatte panische Angst und konnte kaum mehr atmen“, sagte uns eine junge Frau, als sie zu uns kam.

So oder so ähnlich geht es den meisten Menschen, die bei uns Aufnahme und Entlastung finden. Ihre Lebenssituationen entwickeln sich oft schleichend bis zur Unerträglichkeit. Sie schaffen es nicht, sich selbst aus der Not zu befreien, wissen nicht wie, stecken einfach fest in ihrer Umgebung und in ihren Gedanken.

Krisen haben unterschiedliche Ursachen, die so individuell sind wie die Menschen, die sie erfahren: Konflikte in der Partnerschaft, im Job, mit den Eltern, akute Geldnot, Ängste, Kindstot, drohender Wohnungsverlust, Wohnungslosigkeit, Depression, die Frage nach der Sinnhaftigkeit des Lebens, Entlassung aus der Haft, Sucht, Aggression gegen sich selbst oder andere und vieles mehr.