Engelsgesichter: Eine Fotoausstellung mit Ehrenamtlichen  

"Engelsgesichter"

Eine Fotoausstellung mit Ehrenamtlichen

 

"Dich schickt ja der Himmel", sagt man, wenn unverhofft Hilfe in einer schwierigen Situation auftaucht. So könnte man die Ehrenamtlichen der Caritas und ihrer Fachverbände durchaus als Himmelswesen bezeichnen, sagt Franz-Heinrich Fischler, Caritasdirektor des Caritasverbandes für das Erzbistum Berlin.

Um solche "Engelsgesichter" geht es bei der Fotoausstellung, die in 15 großformatigen Portraitfotos Menschen zeigt, die freiwillig und unentgeltlich für andere da sind.

Es sind Menschen, die Kindern in der Kita vorlesen, mit Jugendlichen Volleyball spielen, die Sterbende begleiten, obdachlosen Frauen zur Seite stehen und vieles mehr.

Was bewegt Ehrenamtliche, uns ihre Zeit für das Mittun und Mitgestalten in unseren Diensten zu schenken? Woher nehmen sie ihre Motivation? Was macht ihnen besonders Freude und wie können sie in ihrem Engagement ihre Interessen und Fähigkeiten verwirklichen?

Aus diesen Fragen heraus entstand bei der CKD, dem Netzwerk von Ehrenamtlichen die Idee zu dieser Fotoausstellung.
Sie zeigt Männer und Frauen, Ältere und Jüngere, Studenten und Rentner. Menschen, denen es wichtig ist, einen Beitrag für ein lebenswertes Miteinander zu leisten.

Der Fotograf Chris Taube hat diese "Engel und andere wunderbare Geschöpfe" zu Hause und an Ihren Einsatzorten fotografiert. Die Ausstellung war bereits an verschiedenen Orten in der Stadt zu sehen.

Sie ist somit Vorbild und Ansporn für das Publikum; für die am Ehrenamt interessierten Bürgerinnen und Bürger - für alle bereits aktiven Ehrenamtlichen der Caritas ist die Ausstellung ein beständiger Ausdruck der Anerkennung und Wertschätzung ihres freiwilligen Engagements.

Die Ausstellung wird stetig ergänzt und erweitert, sie ist als Wanderausstellung konzipiert und kann auf Anfrage angefordert werden.

Bahnhofsmission am Ostbahnhof

„Ich bin berührt von den vielfältigen Schicksalen der Menschen!“

Engelsgesichter: Mission am Ostbahnhof 

Franziska Prüfert (17), Anna Pachali (65) und Valter Leoni (62) arbeiten regelmäßig in der Bahnhofsmission am Ostbahnhof. Hier betreuen sie sozial schwache, psychisch kranke und wohnungslose Menschen. Anna Pachali war Krankenschwester. „Hier kann ich mit meiner Lebenserfahrung und meinem medizinischen Wissen den Menschen direkte Hilfe geben“, sagt sie. Valter Leoni hofft, dass sie den Menschen helfen kann, nach einem Ausweg aus ihrer derzeitigen Lebenssituation zu suchen. Und auch Franziska Prüfert lernt hier eine ganz andere Seite des Lebens kennen.

Caritas-Hospizbetreuungsdienst Mitte

„Den Bedürftigen beistehen“

Engelsgesichter: Caritas-Hospizbetreuungsdienst Mitte, Marianne Smaczny 

Marianne Smaczny ist 67 Jahre alt. Von Beruf ist sie Heilpraktikerin. Seit dem Jahre 2000 arbeitet sie beim Caritas-Hospiz Mitte und macht dort Sterbebegleitung.

„Hier kann ich meine Neigungen und Fähigkeiten gut einbringen, die sich aus meinem Heilpraktikerberuf ergeben. Das Vertrauen der betreuten Menschen macht mir dabei sehr viel Freude.“

„Ein Amerikaner in Berlin“

Engelsgesichter: Christopher Olsen

Christopher Olsen ist 24 Jahre alt und Student. Er betreut regelmäßig Menschen mit Demenzerkrankungen. Besonders wichtig sind ihm bei seiner ehrenamtlichen Tätigkeit die Gespräche mit den älteren Menschen. Er findet es spannend, wenn sie ihm von ihren Erlebnissen aus der Kriegszeit erzählen und davon wie das Leben damals in Deutschland war.

„So lerne ich etwas über die deutsche Geschichte. Manchmal singen sie mir auch alte deutsche Lieder vor, deren Strophen sie noch aus ihrer Jugend kennen.“

Evas Haltestelle

„Frauen helfen Frauen“

Engelsgesichter: Evas Haltestelle

Fabienne Thoevenot (40), Nieda Dreke (40), Traute Schult (68), Ingrid Fuhrmann (77) und Nele Detgen (27) arbeiten in „Evas Haltestelle“. Hier beraten und betreuen sie obdachlose Frauen und Frauen, die von Obdachlosigkeit bedroht sind. Sie führen Gespräche, leiten zur Handarbeit an, begleiten die Frauen zu Ämtern, bei Ausflügen und Veranstaltungen. Sie sind geduldig, können zuhören, sind optimistisch und können kreativ mit Konflikten umgehen.

„Ein kurzes Lachen auf einem sorgenvollen Gesicht macht uns besonders Freude.“

Vinzenz-Konferenz in Potsdam

„Begegnen und helfen“

Engelsgesichter: Herr Langer, Vinzenz-Konferenz Potsdam

Gunther Langer ist 72 Jahre alt und bereits seit 25 Jahren ehrenamtlich tätig. Seit 1984 ist er in der Vinzenz-Konferenz in Potsdam. Er gratuliert Senioren zum Geburtstag, besucht Kranke und fährt Rollstuhlfahrer spazieren. Seit 1998 betreut er einen Stadtstreicher, hilft ihm im Haushalt und beim Möbelkauf. Auch nachdem dieser obdachlos geworden war, betreute er ihn weiter.

„Ich möchte Nöte aufspüren, Menschen einfühlsam begegnen und neue Möglichkeiten aufzeigen.“ 

Caritas Mehrgenerationenhaus in Charlottenburg

„Glücksgefühle mit den Kursteilnehmern teilen“

Engelsgesichter: Frau Königs, Caritas Mehrgenerationenhaus

Natascha Königs ist 29 Jahre alt und Doktorandin. Seit Februar 2007 arbeitet sie im Caritas Mehrgenerationenhaus in Charlottenburg als Teil des Teams vom Seniorenbüro Interaktiv 50 +. Frau Königs weiß als gehbehinderter Mensch, wie wichtig die Überwindung von Grenzen ist. Als PC-Trainerin kann sie zudem die Freude an der Arbeit mit Senioren mit ihren persönlichen Interessen für Computertechnik verbinden.

„Entscheidend ist es für mich, durch Einfühlungsvermögen und Geduld das Selbstbewusstsein der Kursteilnehmer zu stärken und ihnen die uneingeschränkte Teilhabe am gesellschaftlichen Leben zu ermöglichen.“

Katholische Kindertagesstätte St. Laurentius

„Zusammen etwas schönes erleben“

Engelsgesichter: Kita St. Laurentius, die Lesefee

Irene Goltz ist 73 Jahre alt und Lehrerin im Ruhestand. Als „Lesefee“ liest sie seit April 2008 ehrenamtlich in der katholischen Kindertagesstätte St. Laurentius in Berlin-Moabit den Kindern vor. Frau Goltz interessiert sich für Märchen, bildnerisches Vorlesen und die Gespräche mit Kindern.

„Ich freue mich zu sehen, mit welchem Interesse und welcher Aktivität die Kinder mitmachen.“

Malteser Hilfsdienst

„Weil Nähe zählt“

Engelsgesichter: Malteser Hilfsdienst, Robert Meyn

Robert Meyn ist 26 Jahre alt und von Beruf Rettungsassistent. Er arbeitet seit 2005/2006 ehrenamtlich beim Malteser Hilfsdienst Berlin und ist dort für Katastrophenschutz, Sanitätsdienste und die Absicherung von Veranstaltungen tätig. Hier kann er seine Fähigkeiten besonders gut einbringen.

„Am liebsten arbeite ich mit anderen Leuten zusammen und helfe mit, dass möglichst viele Menschen die unterschiedlichsten Veranstaltungen besuchen können.“

Vorstand der CKD

„Die Freude kehrt ins eigene Herz zurück“

Engelsgesichter: Helga Herting, Vorstand CKD

Helga Herting ist 70 Jahre alt. Von Beruf ist sie Dipl.-Ingenieurin für
Maschinenbau. Sie arbeitet seit 1995 ehrenamtlich in der Gemeinde und im Krankenhausbesuchsdienst im Krankenhaus Königs Wusterhausen. Darüber hinaus leitet sie eine Frauen- und Seniorengruppe und ist seit 11 Jahren ehrenamtliches Vorstandsmitglied bei den Caritas-Konferenzen Deutschlands, Diözesanverband Berlin.

Besondere Freude macht ihr,

  • wenn einem Patienten ihr Besuch gut getan hat,
  • wenn sich eine Seniorengruppe über einen gelungenen Ausflug freut
  • wenn beim Jahresendbericht die Finanzen stimmen.

„Ich will mit den mir geschenkten Kräften meinen Mitmenschen helfen. Dann kehrt die Freude ins eigene Herz zurück.“

CARIsatt-Laden in Königs-Wusterhausen

„Seelentröster in jeder Lebenslage“

Engelsgesichter: CARIsatt

Im CARIsatt-Laden in Königs Wusterhausen arbeiten viele ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Hier können bedürftige Menschen Lebensmittel und andere Waren des täglichen Bedarfs zu sehr günstigen Preisen einkaufen.

Die Ehrenamtlichen holen die Waren ab, sortieren sie und geben sie an ihre Kunden aus. „Wir haben ein offenes Ohr für jeden, der zu uns kommt“, sagen sie.

Caritas Migrationsdienst

"Die Sehnsucht nach einem Stück Vertrautheit“

Engelsgesichter: Katharina Ludwig, Caritas Migrationsdienst 

Katharina Ludwig ist 24 Jahre alt und studiert Jura. Sie engagiert sich beim Caritas- Migrationsdienst im Projekt „Patenschaften für Migranten“ und unterstützt Ratsuchende bei Ämtergängen und Behördenkontakten. Es ist ihr wichtig, Menschen dabei zu helfen, sich in einem für sie fremden Land zu orientieren und hier Fuß zu fassen.

„Oft fühlen sich die Menschen hier etwas verloren. Sie sehnen sich nach etwas Vertrautem. Ich möchte ihnen helfen, anzukommen und sich wohlzufühlen.“

Katholische öffentlichen Bücherei St. Thomas Morus

"Bei Kindern Freude am Lesen wecken“

Engelsgesichter: Katholische öffentlichen Bücherei St. Thomas Morus

In der Katholischen öffentlichen Bücherei St. Thomas Morus Kleinmachnow arbeiten seit 1999 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Ausleihe und bei Ausstellungen. Zwei von ihnen sind spezialisiert auf die Erarbeitung von Buch- und Katalogkarten sowie auf das Foliieren.

Das freundliche Miteinander bei der Büchereiarbeit, der Kontakt mit Lesern, besonders mit Kindern und die Chance, Informationen zu Neuerscheinungen zu erhalten und weiterzugeben, macht ihnen besonders Freude.

„Wir wollen uns aktiv ins Gemeindeleben einbringen und das allgemeine Interesse am Lesen fördern“, sagen sie.

Seniorenheim St. Albertus

„Diese glücklichen Menschen machen mir eine besondere Freude“

Engelsgesichter: Seniorenheim St. Albertus

Detlef Markmann ist 58 Jahre alt. Er ist trockener Alkoholiker und arbeitslos. Seit 2003 arbeitet er im Seniorenheim St. Albertus und unterstützt dort die Mitarbeiter in der Betreuung alter Menschen.
„Ich habe bei einer Therapie ein Praktikum in einer Senioreneinrichtung gemacht und dabei meine Freude an dieser Arbeit entdeckt“, sagt er.

„Die Menschen im Seniorenheim freuen sich über jede Abwechselung. Ich höre ihnen zu und versuche, ihnen kleine Wünsche zu erfüllen.“ 

Kreuzbund

„Ich muss nur mein Suchtmittel weglassen!“

Engelsgesichter, Kreuzbund: Angela und Uwe Katowski

Uwe Katowski und seine Frau Angela arbeiten ehrenamtlich beim Kreuzbund. Herr Katowski ist Hauptgruppenverantwortlicher für Berlin-Biesdorf „Oberfeldstraße“. Hier können beide eigene Erfahrungen einbringen und Suchtmittel-Abstinenz vorleben.

„Gruppenabende und gemeinsame Veranstaltungen machen uns am meisten Spaß!“

In Via

"Was ich anderen sage, muss ich zuerst auch selber tun." (Vincent Pallotti)

Engelsgesichter: Frau Fierdak, INVIA

Iris Fierdag ist Dipl. Sozialpädagogin. Sie ist 41 Jahre alt und war bis zum Jahre 2007 ehrenamtlich im Vorstand bei IN VIA Katholische Mädchensozialarbeit tätig. Sie hat als Sozialpädagogin in der Schulsozialarbeit bei IN VIA gearbeitet und später durch ihre ehrenamtliche Tätigkeit das Anliegen von IN VIA weiter unterstützt.

Café Oase

„Im Leben stehen statt alleine zu sein“

Engelsgesichter: Café Oase

Fünf ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind im Café Oase tätig, einige von ihnen schon seit Ende der neunziger Jahre. Wenn man sie fragt, was ihnen bei der Arbeit besondere Freude macht, bekommt man Antworten, wie: „Ich habe Freude am Kontakt mit Menschen“, oder „Ich nehme gerne Anteil an der Lebensgeschichte anderer“.

Gemeinsam ist ihnen allen die Freude an der Arbeit, die Unterstützung zum Wohle anderer und der Wunsch, etwas Sinnvolles zu tun.