100 Jahre Caritasverband für Berlin  

Organisationsentwicklung, Strategie und Qualitätsmanagement

Der Caritasverband für Berlin e.V. bezog nach dem Mauerfall das Haus "Zum guten Hirten" in der Residenzstraße 90 in Berlin-Wedding, wo er auch heute noch seinen Sitz hat.

Mit dem Verlust der Sonderstellung für West-Berlin und den vielfältigen neuen Aufgaben der Stadt wurden die Zuwendungen des Landes Berlin und anderer Stellen erheblich reduziert.

Der Caritasverband für Berlin e.V. kam durch den Verlust vielfältiger Finanzmittel und durch die Umstellung und Erweiterung seiner Arbeit auf das gesamte Stadtgebiet in eine erhebliche wirtschaftliche Schieflage, so dass im Jahre 1995 ein Sanierungsprozess begann. In mehreren Projektgruppen analysierte der Caritasverband seine Arbeit mit dem Ziel, sie effektiver zu gestalten.

Die zentralen Verwaltungsdienste wurden maßgeblich verschlankt, der Bereich der offenen Sozialarbeit neu in fünf Fachbereiche gegliedert: Bezirkliche Sozialarbeit, Soziale Hilfen und Betreuungen, Sucht- und Schuldnerberatung, Jugend und Familie und Migration und Wohnungslosenhilfe.

Auch der Bereich der Sozialstationen wurde neu organisiert und in der Verwaltungsspitze ausgedünnt, die Verwaltungsstellen in den Caritas-Sozialstationen wurden abgebaut. Die Caritas-Sozialstationen definierten für sich die vier gleichberechtigten Betriebsziele: Kundenzufriedenheit, fachlich gute Pflege, Mitarbeiterzufriedenheit und kostendeckendes Gesamtergebnis.

Der Caritasverband für Berlin e.V. versteht sich als lernende Organisation. Das Lernen bezieht sich nicht allein auf die fachlichen Inhalte der jeweiligen sozialen Arbeit, sei es Pflege, soziale Beratung oder diverse Hilfsprogramme, er will auch seine innerbetriebliche Organisation optimieren.

So führten die leitenden Mitarbeiter/innen des Hauses über Jahre eine Organisationsentwicklungsmaßnahme durch, um die jeweiligen Krisen und Wachstumsphasen des Verbandes zu analysieren und den Verband zielorientiert führen zu können. Aus dem Leitbild des Caritasverbandes wurden die strategischen Ziele abgeleitet, so kann der Verband mit seinen Geschäftsfeldern ggf. neu positioniert werden.

Auch die Schaffung eines Qualitätsmanagements ist Teil dieser Neuorientierung. Die eigens dafür eingerichtete Stabsstelle organisiert den kontinuierlichen Qualitätsverbesserungsprozess in allen Bereichen des Verbandes, aber auch verbandsübergreifend in Kooperation mit anderen Verbänden in der Qualitätsgemeinschaft Berlin-Brandenburg.

Ziel der Bemühungen ist eine höhere Zufriedenheit der Empfänger unserer Leistungen, aber auch eine stärkere Mitarbeiterzufriedenheit.

Der Caritasverband hat sich in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten stark verändert und weiterentwickelt. Dies wird er auch in Zukunft tun, um weiter auf bestehende Notsituationen adäquat reagieren zu können.

Hans-Joachim Wasel
Bereichsleiter Sozialstationen