Die Zeit nach dem Fall der Berliner Mauer
Nach dem Fall der Mauer begann für den Caritasverband für Berlin e.V. eine aufregende Zeit des Aufbaus, insbesondere im Ostteil der Stadt, und der Umstrukturierung des Verbandes.
Wir hatten den Vorteil, dass es schon eine gute Caritasarbeit im Ostteil der Stadt gab. Auf dieser Grundlage konnten wir aufbauen und neue Dienste anbieten, bestehende ausbauen und erweitern.
Zunächst galt es jedoch, durch sog. Brückenkurse den Mitarbeitern aus dem Ostteil die Anerkennung als Sozialarbeiter in ganz Berlin zu ermöglichen und die einzelnen Dienste an das nun für alle geltende Finanzierungs- und Zuwendungssystem anzupassen, was insbesondere im Bereich der Tarife zu erheblichen Schwierigkeiten führte.
Sechs neue Caritas-Sozialstationen wurden in den neuen Bezirken eingerichtet und aufgebaut. Die Zahl der Caritas-Bezirksstellen (heute: Allgemeine Soziale Dienste) wurde von 14 auf 22 erhöht. Nach der Bezirksgebietsreform sind wir dabei, diese Stellen wieder umzustrukturieren.
In Adlershof wurde ein Haus für das Betreute Einzelwohnen für Wohnungslose eingerichtet und in Lichtenberg eine entsprechende Beratungsstelle. Gleichfalls in Lichtenberg ist mit Unterstützung des Bezirksamtes der Jugendclub 97 für junge Aussiedler aus Russland gegründet worden, der sich zunehmender Beliebtheit bei den Jugendlichen erfreut.
Da dem Caritasverband für Berlin e.V. ein Haus in der Großen Hamburger Straße gehört, konnte dort aufbauend auf der Alkoholberatung eine integrierte Suchtberatungsstelle, eine Ehe-, Familien- und Lebensberatung und eine Schuldnerberatungsstelle gegründet werden. Weitere Schuldnerberatungen entstanden in Hohenschönhausen und in der Schönhauser Allee. In der Manetstraße in Hohenschönhausen wurde der Krisendienst durch einen Nächtlichen Krisendienst und Betreutes Einzelwohnen ergänzt. Gleichfalls ist der Caritasverband zuständig für den Krisendienst in der Region Ost.
Neben der in Pankow zusammen mit den Franziskanern aufgebauten Suppenküche wird eine ärztliche Ambulanz für Wohnungslose betrieben. Das Angebot für Süchtige wird durch das "Café Große Hamburger" in der gleichnamigen Straße abgerundet. Dabei handelt es sich um ein niedrigschwelliges Angebot als Möglichkeit der ersten Kontaktaufnahme mit Beratern.
Im Bezirk Mitte unterhält der Caritasverband weiterhin eine Seniorenfreizeitstätte in der Weydinger Str. Weitere Einrichtungen, z.B. das Krankenhaus in Pankow, das Seniorenzentrum in Oberschöneweide und verschiedene Kindertagesstätten, sind von korporativen Mitgliedern des Caritasverbandes bzw. seinen Gesellschaften errichtet, übernommen und aufgebaut worden.
Axel Bünner
Caritasdirektor
