100 Jahre Caritasverband für Berlin
Ein historischer Überblick
9.11.1897
Der "Charitasverband für das katholische Deutschland" wird in Köln gegründet.
3.5.7.1900
In Berlin findet der V. Charitastag statt.
11.3.1901
Der "Katholische Charitasverband für Berlin und Vororte" wird gegründet.
1904
Die Satzung des Charitasverbandes wird in das Vereinsregister des Königlichen Amtsgerichts Berlin eingetragen.
1904
Die Sammelvormundschaft des Verbandes wird erstmals erwähnt.
1907
Der Caritasverband erhält erstmals Beihilfen aus öffentlichen Kassen.
1908
Beim Caritasverband beginnt die Fürsorge für Geistigbehinderte.
1909
Der Caritasverband erhält vom Verband der katholischen Kirchengemeinden von Groß-Berlin erstmalig Zuschüsse.
1911
Der Caritasverband hat 1.800 Vormundschaften.
1912
Nach einem Beschluss des Kammergerichts ist auch bei städtischen Sammelvormundschaften auf das religiöse Bekenntnis des Mündels
Rücksicht zu nehmen.
1915
Gründung der Abteilung Kinderunterbringung im Caritasverband.
1919
Der Caritasverband übernimmt Arbeit der Jugendgerichtshilfe.
1921
Errichtung von Caritasausschüssen (später Caritas-Bezirksstellen) in den neu entstandenen Verwaltungsbezirken von Groß-Berlin.
Überlegung zur Gründung einer Vereinigung aller Wohlfahrtsverbände, die als Vertretung der freien Wohlfahrt gelten soll.
1923
Der Caritasverband kümmert sich um Flüchtlingsfamilien aus dem Ruhrgebiet. 23 städtische Zuschüsse für Kindergärten und Horte
werden bewilligt. Der Caritasverband ist Mitglied im städtischen Ausschuss für Notstandsmaßnahmen (Armenspeisung).
1924
Das Reichsjugendwohlfahrtsgesetz tritt in Kraft.
Der Caritasverband richtet einen Antrag an den Minister für Volkswohlfahrt bezüglich der Zulassung des Verbandes als Vereinsvormund.
1925
Der Caritasverband übernimmt Fürsorge an Nichtsesshaften. Das Krankenhaus St. Paulusberg, Brandenburg, wird erworben.
1927
Der Caritasverband und seine 20 Bezirksstellen sind als "Arbeitsnachweisstellen" anerkannt worden. Der Verband beschließt
die Einführung der Vereinsvormundschaft gemäß RJWG.
1928
Eine Trinkerfürsorgestelle wird errichtet.
1929
Der Caritasverband ist Mitträger der Gefangenenfürsorge.
1931
Der Caritasverband beteiligt sich an der Winterhilfe.
1931
Bischof Schreiber richtet in der Niederwallstraße einen Mittagstisch ein, für dessen Kosten er und das Domkapitel aufkommen.
1932
Die Finanzlage des Caritasverbandes verschlechtert sich katastrophal. Die Unterstützungsabteilung kann nur noch für Ortsfremde
und Durchwanderer zuständig sein.
1933
Im Heim Maria Frieden wird eine Abteilung mit 15 Betten für Schwachsinnige eingerichtet.
1934
Die letzte genehmigte Bahnhofssammlung von Bahnhofsdienst und Bahnhofsmission findet statt.
Das Gesetz zur Regelung des Steuerwesens hebt das Prinzip der Gemeinnützigkeit auf.
1935
Mitgliederversammlung beschließt Satzungsänderung: Im Behin-derungsfall genügt die Einladung zur Mitgliederversammlung von
der Domkanzlei zu St. Hedwig.
1937
Der Caritasverband hat 20.000 Mitglieder. Bescheid des Reichs-ministeriums des Innern: dem Caritasverband kann mit Rücksicht
auf die starke Beanspruchung aller Volkskreise durch das Winterhilfswerk die nachgesuchte öffentliche Haus- und Straßensammlung
nicht genehmigt werden.
1943
Das St. Norbert-Krankenhaus in Schöneberg wird völlig zerstört.
1947
Kardinal von Preysing reist in die USA, um Hilfsmöglichkeiten für die Berliner Bevölkerung zu erschließen. Bei der Verteilung
der Lebensmittel ist der Caritasverband beteiligt.
1950
Aus finanziellen Gründen müssen von 57 Mitarbeitern 11 entlassen werden.
1952
Das Katholische Notwerk Berlin wird durch Bischof Weskamm gegründet. Die Arbeitsvertragsrichtlinien des Deutschen Caritasverbandes
werden auch für Berlin angewandt.
1954
Beginn der Familienerholung des Caritasverbandes
1955
Die Zentralratssitzung des Deutschen Caritasverbandes findet in Berlin statt.
1956
Wiederaufbauplan Berlin leitet Aufbauphase der Caritas ein.
1959
Ausführungsgesetz zum RJWG tritt in Berlin in Kraft. Der Caritasverband übernimmt Aufsicht über angeschlossene Kinder- und
Jugendheime.
1962
Bundessozialhilfegesetz tritt in Kraft. Ausbau der Caritas-Bezirksstellen als soziale Beratungsstellen mit hauptamtlichen
Sozialarbeitern.
1968
Zentralrat des Deutschen Caritasverbandes tagt in Berlin.
1971
Der Caritasverband beteiligt sich an der Zentralen Beratungsstelle für Strafentlassene in Berlin.
1974
Das Haus der Caritas am Bundesplatz in Berlin-Wilmersdorf wird bezogen.
1975
Der Caritasverband steht vor großen finanziellen Schwierigkeiten, die es ihm nicht mehr gestatten, seine Arbeit im bisherigen
Umfang auszubauen.
1976
Die Herberge für behinderte Minderjährige und junge Erwachsene wird in Betrieb genommen.
1977
Sorgen bereiten die Probleme der "zweiten Generation" ausländischer Arbeitnehmer, die vor allem von der wirtschaftlichen Rezession
betroffen ist.
1979
In zunehmendem Maße sind Asylbewerber-Familien nach langjährigem Aufenthalt in Berlin (West) aufgrund eines endgültigen Ablehnungsbescheides
von Abschiebung bedroht.
1982
Die ersten acht Caritas-Sozialstationen werden eröffnet. Ein Ausschuss "Persönliche Mitgliedschaft" erörtert Möglichkeiten
und Wege, den Verband einer größeren Zahl von Mitgliedern zu öffnen.
Durch die anhaltende Verschärfung der Situation in Polen werden erhebliche Mittel für die Betreuung von Polen in Berlin und
für Hilfssendungen nach Polen zur Verfügung gestellt.
1983
Der Caritasverband richtet folgende neue Arbeitsgebiete ein: Sozialdienste für Polen und Vietnamesen, einen Frauennotdienst
und die Jugend- und Drogenberatungsstelle in Spandau.
1984
Zwei anerkannte Beratungsstellen gemäß Paragraf 218 STGB werden vom Caritasverband eröffnet.
1986
Der Verband gibt sich eine neue Satzung.
Die Caritas-Sozialstationen werden mit der Versorgung Aids-kranker konfrontiert.
1987
Im Winter mit seinem starken Frost werden 75 t Kohle an Bedürftige verteilt, ferner 5 t Butter, 6000 l Milch und 11 t Mehl.
1989
Caritasdirektor Hubert Pohl wird mit dem Verdienstkreuz Erster Klasse des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland geehrt.
1989
Berlin ist wieder eine Stadt! Rund 195.000 Becher Kaffee und Tee verteilen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Caritas an
einem Wochenende nach Öffnung der Grenzen.
1990
Mit über 100 Veranstaltungen sind die Caritas und ihre Fachverbände auf dem 90. Deutschen Katholikentag vertreten.
1.1.1991
Der Caritasverband für Berlin e.V. ist wieder für die ganze Stadt Berlin zuständig.
1991
In Friedrichshain wird die erste Caritas-Sozialstation im Ostteil der Stadt eröffnet.
1992
Der Caritasverband für Berlin e.V. zieht in die Räume des ehe-maligen Klosters vom Guten Hirten in Berlin-Wedding.
Die erste Sucht- und Schuldnerberatungsstelle wird im Ostteil Berlins in der Großen Hamburger Straße eröffnet.
1993
Aufbau einer medizinischen Versorgung für Wohnungslose.
1994
Beginn der Sanierung des Caritashauses in der Großen Hamburger Straße im Bezirk Mitte.
1995
Finanzielle Einbußen durch Streichung von staatlichen Zuwendungen in Millionenhöhe zwingen den Verband zu einem Sanierungsprozess
und zu Organisationsentwicklungsmaßnahmen.
Das Caritas-Arztmobil fährt zur medizinischen Versorgung von Wohnungslosen durch die Stadt.
Sinti- und Romafamilien werden in Dreilinden von der Caritas betreut.
1996
Eröffnung des Nächtlichen Krisendienstes in Hohenschönhausen. Beginn der Hospizarbeit mit dem Caritas-Hospiz Hausbetreuungsdienst.
1997
Adoptions- und Pflegekinderdienst in gemeinsamer Trägerschaft von Diakonie und Caritas.
2000
Neukonzeption der Arbeit der Caritas-Bezirksstellen im Rahmen der Bezirksgebietsreform.
