"Not sehen und handeln. Caritas"
In Deutschland sorgen weit über 470 000 hauptberufliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (und etwa ebenso viele im außerberuflichen, freiwilligen sozialen Dienst - "Ehrenamtliche") für ein hohes Niveau der Arbeit der Caritas. Sie arbeiten täglich in der Pflege, Betreuung, Erziehung, Beratung von mehr als einer Million Menschen.
Was für die Caritas zählt, ist der Mensch. Auf den Werbe- und Informationsbroschüren steht immer wieder das Leitwort: "Not sehen und handeln. Caritas". Das ist keine leere Floskel. Dieser Claim greift die Intention des Gründers des Deutschen Caritasverbandes, Dr. Lorenz Werthmann, auf, die offene und verborgene Not der Menschen im eigenen Land und weltweit wahrzunehmen sowie neue Entwicklungen von Not wachsam und sensibel aufzuspüren. Die Caritas hilft, weil Helfen im Selbstverständnis des christlichen Glaubens für Christen zum Leben dazu gehört.
Genau das ist der Ansatz der Arbeit der Caritas: sich den Menschen in leiblicher und seelischer Not und in sozial ungerechten Verhältnissen zuzuwenden, die Eigenkräfte der Betroffenen zu stärken und so Hilfe zur Selbsthilfe zu geben. Ebenso wichtig ist es, öffentlich für Schwache einzutreten, die in einer Gesellschaft der Starken kein Gehör finden – auch auf der politischen Ebene.
Der Deutsche Caritasverband (DCV) ist der Wohlfahrtsverband der katholischen Kirche in Deutschland. Gegründet wurde er 1897
durch den katholischen Priester Lorenz Werthmann als Dachorganisation vielfältiger und teilweise bereits lange vorher tätiger
Initiativen und Gruppierungen, die sich dem Gedanken tätiger christlicher Nächstenliebe verschrieben hatten.
In seinem Aufbau entspricht der Deutsche Caritasverband den Strukturen der katholischen Kirche. Zu den 27 Bistümern (mancherorts
werden sie auch Diözesen genannt) der katholischen Kirche in Deutschland gehört jeweils ein Diözesan-Caritasverband (wie zum
Beispiel der Caritasverband für das Erzbistum Berlin), dessen Tätigkeitsbereich innerhalb der jeweiligen Bistumsgrenzen liegt
und welcher dem Bischof (oder Erzbischof wie in Berlin) des Bistums verantwortlich ist. Zum Deutschen Caritasverband gehören
aber auch bundesweit 262 caritativ tätige Frauen- und Männer-Ordensgemeinschaften und 19 caritative Fachverbände mit jeweils
unterschiedlichen Aufgabenschwerpunkten. Auch Einrichtungen der Caritas, wie Krankenhäuser, Heime für alte oder behinderte
Menschen oder Heime und Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe, der Behinderten- und Gefährdentenhilfe haben sich in Fachverbänden
und Arbeitsgemeinschaften zusammengeschlossen, um ihre Arbeit besser koordinieren zu können.
Zu den Aufgaben der Caritas gehört auch die internationale Verantwortung. Weltweit ist sie in der Not- und Katastrophenhilfe
tätig und trägt durch den Aufbau sozialer Strukturen dazu bei, dass Menschen die Folgen von Katastrophen und Not bewältigen
und wieder ein menschenwürdiges Leben führen können. Gerade auch in den sich neu formierenden Gesellschaften Osteuropas gehört
der Aufbau sozialer Strukturen zu einer der Hauptaufgaben der Caritas. Sie steht dabei in enger Zusammenarbeit mit den caritativen
Partnerorganisationen in den betroffenen Ländern. Weltweit wirken 154 Caritasorganisationen im Netz der "Caritas internationalis"
zusammen.
(aus: "Willkommen bei der Caritas. Was Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter wissen sollten" Herausgegeben von: Deutscher Caritasverband
e.V., Presse- und Öffentlichkeitsarbeit, 2/2001)
